Kampbruchbrücke und Rieselei


HÖVENER GESCHICHTE(N)

Ein Streifzug durch die Vergangenheit des Dorfes Höven - Ein Projekt des Bürgervereins Höven

6 Kampbruchbrücke und Rieselei

In tausenden von Jahren düngte das über die Ufer tretende Wasser der Hunte die umliegenden Flächen. Mit Beginn des 19. Jahrhunderts begann die Regulierung des Huntelaufes. Zahlreiche Schleifen des Flussbettes wurden durchstochen. Das Wasser konnte schneller abfließen. Die Überschwemmungen blieben aus und somit auch die Düngung der Wiesen. Eine künstlich gesteuerte Bewässerung sollte die landwirtschaftlichen Erträge wieder steigern. Die großherzogliche Oldenburger Kammer beauftragte im Jahr 1860 den Ökonomierat und Wiesenbauer Louis Vincent ein Bewässerungs-system entlang der Hunte zu bauen. Neben einer großen Hauptschleuse zum Aufstauen der Hunte bis zu einer Höhe von drei Metern, ließ Vincent 50 kleinere Schleusen bauen. Als Standort der Schleusenanlage mit einer trag-fähigen Brücke begann man außerhalb des Flussbettes innerhalb einer Flussschleife. Nach Fertigstellung führte ein Durchstich das Wasser zur Schleuse. Ein Teil der alten Hunteschleife ist noch heute vorhanden. Ein kompliziertes Grabensystem mit zahlreichen Brücken und Einlässen erstreckte sich über eine Länge von 65 km. Im Jahre 1905 wurde die Anlage in Be-trieb genommen. Die Berieselung bzw. Bewässerung der Wiesen erfolgte im Frühjahr, Sommer und Herbst. Ein Rieselwärter sorgte für die genaue Regulierung der Wasserstände auf den Wiesen. Auf den Rieselwiesen ernteten die Landwirte genügend Heu als Winterfutter.

Mit dem Gebrauch von Handelsdünger und der Züchtung neuer Grassorten wurde die Rieselei nicht mehr gebraucht. 1958 endete die Rieselei. Die große Schleuse mit hochgezogenen Schotten blieb noch lange Jahre erhalten. Heute erinnert nur noch das Bodenfundament der Schleusenanlage unterhalb der Brücke an die ehemalige Anlage zur Bewässerung der Wiesen. Im Jahr 2000 wurde die Kampbruchbrücke als nicht mehr verkehrssicher eingestuft und gänzlich gesperrt. Auf Drängen der ansässigen Orts- und Bürgervereine ist die Kampbruchbrücke 2001 als Fußgängerbrücke für Naherholungsuchende wieder hergerichtet worden.

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